4.400 Partner für 44 Millionen Notgeld gesucht!

13. Juli 2012
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Dieser Artikel erreichte die Redaktion der Kulturnotizen per Flaschenpost, wahrscheinlich von der idyllischen Insel Kreta. Wir haben ihn hier fast im Original abgedruckt, der Schreiber ist uns zwar unbekannt, doch sollte das Geschriebene durchaus stichhaltig sein: “Siegen. Der international bekannte Fotokünstler Thomas Kellner hat 44.000 Geldscheine im fiktiven Gesamtwert von 44 Millionen aus den „geschredderten“ Einzelteilen alter Drachmen komponiert (siehe Bild unten) und in 10er-Bündel aufgeteilt. Für die 4.400 Bündel sucht Kellner nun 4.400 Partner, die – für 10 Euro je Bündel – nicht nur ein handsigniertes Bündel Kunstgeld erhalten, sondern darüber hinaus ein besonderes Projekt des Künstlers kreativ mitgestalten: Jeder Partner, der bis Anfang Mai 2013 ein Bündel erwirbt, ist herzlich dazu eingeladen, einen Vorschlag für den Namen der Notwährung einzusenden. Für den besten Vorschlag winkt eine Belohnung: Eine Fotoarbeit des Künstlers, die durch jeden Beitrag mitfinanziert wird (Titel: „Chaos“)!

In erster Linie ist der Erlös für die Unterstützung der griechischen Künstlerin Angeliki Douveri und zweier griechischer Museen (Fotomuseum Thessaloniki/Kretisches Museum für Zeitgenössische Kunst) gedacht. Als „besondere Leistung“ sollen die griechischen Schulden außerdem – je verkauftes Bündel – um 1 Euro per Scheck an Angela Merkel  – gemindert werden!

Der Motor einer Gesellschaft ist seine Kultur – Kellners symbolisches Notgeld unterstützt deshalb genau dort. In der Geschichte trugen diverse Schutzwährungen dazu bei, einen Wirtschaftsraum zu stabilisieren; auch für Griechenland scheint der Gedanke nicht abwegig, den Weg aus den Schulden über den Ausstieg aus dem Euro und die Einführung einer Notwährung zu suchen. Notgeld wird immer nur als Zahlungsmittel gebraucht und nicht zu Kreditzwecken – das soll die griechische Wirtschaft stabilisieren und die EZB entlasten. Kellners künstlerische Auseinandersetzung mit dem finanziell strauchelnden Griechenland soll daher ein symbolischer Denkanstoß sein.

Das Ganze funktioniert nur als Gemeinschaftsprojekt: Für den gemeinnützigen Zweck sucht Thomas Kellner deshalb 4.400 Partner – jeder Käufer unterstützt so einen Teil der griechischen Kultur. Jedes der 4.400 Bündel wurde vom Siegener Fotokünstler persönlich handsigniert. Außerdem wird eine Liste aller unterstützenden Teilnehmer veröffentlicht, damit Thomas Kellners griechische Kollegin, die beiden Museen und auch Frau Merkel die Unterstützung jedes Einzelnen „spüren“.

Die Idee zu diesem Projekt hatte Thomas Kellner, als er eine Ausstellung zur Eröffnung des Siegener KunstSommers 2012 konzipierte. Bereits 2004 entstand in Athen das noch un-vollendete Fotokunstwerk „Chaos“. 2000 thematisierte Kellner die europäischen Währungen in seinem Projekt „Euroschredder“. Zur Eröffnung des Siegener KunstSommers mit dem Thema „Chaos“ hat der Fotokünstler diese beiden Projekte aus aktuellem Anlass (den griechischen Schulden) verbunden. Für diese Ausstellung – „Eulen aus Berlin und Chaos in Athen“ – hat Kellner dann als besonderes Projekt die 44 Millionen Notgeld gedruckt.

In diesem Sinne wendet sich der Siegener Fotokünstler an alle Kunst- und Kulturinteressierten, die an dieser Aktion teilhaben möchten: Wenn Sie ein Teil dieses Projekts sein wollen, an einer Realisierung interessiert sind und den 44 Millionen nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch gerne einen Namen geben möchten, werden Sie einer der 4.400 Partner!

Schreiben Sie einfach eine Mail mit dem Betreff „Notgeld“ an info@tkellner.com!

Ein Kurzfilm zum Thema.

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