Untote

10. September 2015
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Alles in allem ist der Zombie eine billige und todsichere Denkfigur. Da wir das Leid der Welt nicht abwenden, da wir nicht retten und handeln, da wir sogar, ziemlich unbehelligt von fremdem Unglück, unseren Komfort genießen, sind wir selbst Unrührbare, also Untote. Wir haben es nicht besser verdient. Nur der Regisseur hat es besser verdient, weil er es auf sich genommen hat, uns den Spiegel vorzuhalten.

kritisiert Peter Kümmel in der Zeit die deutschen Stadttheatermacher, ganz besonders, wenn Klassiker aufgeführt werden. KUNO ist da anderer Meinung und verweist in diesem Zusammenhang auf den Band Zombies. Diese Erzählungen sind ein Gegenentwurf zu den Prolo–Komödien, wie dem heute anlaufenden Fuck you Goethe 2. Es entstand das wuchtige Porträt einer bis in ihre feinsten zwischenmenschlichen Verästelungen barbarisierten Gesellschaft.

In Werk von A.J. Weigoni herrscht ein großes Gedränge der Untoten, er exorziert damit seine Zeitgenossen. “Diese Erzählungen haben keine Vampirzähne, Biss haben diese Zombies allemal. Sprachlich auf das Wesentliche reduziert, Erzählungen, die ihrem Namen gerecht werden.” Die Kunst der Erzählung liegt oft im Detail. Hier ist auf die verführerischste Art gemischt, was alle Welt am nötigsten hat, die drei grossen Stimulantia der Erschöpften, das Brutale, das Künstliche und das Idiotische. Diese Erzählungen sind voller Humor und streckenweise so schwarz, daß sie unter der Kohlenkiste noch einen Schatten werfen würden.

Erhältlich über: info@tonstudio-an-der-ruhr.de

Weiterführende Links: Kultura-extra, nrhz, fixpoetry

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