der Geist von – sagen wir mal…

28. Juni 2015
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Egal welche deutsche Stadt, sie wird mit einem Geist verbunden, denkt er  sich. Welcher Geist auch immer, man wird schon etwas finden. Da gibt es  den Geist von Weimar, den der Dichter und Denker, des Humanismus. Der  Geist von Frankfurt? Vielleicht noch 1848, vor allem aber das Bankwesen, den reinsten Kapitalismus, der sogar ohne Waren auskommt, ohne  Produktionsmittel, reinste Fiktion der Buchzahlen. An diesen Geist  glaubt die Welt.

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Der Geist von München? Könnte es die Hauptstadt der Weißwurst sein? Aber  das als Geist zu bezeichnen, ist ja wohl lächerlich. Geist der  Fußballhybris vielleicht noch. Und Berlin? Und auch noch Hamburg? Der  Geist der vielen Hansestädte überhaupt. Der Geist von Mannheim und  Stuttgart? Von all den rund 76 deutschen sogenannten Großstädten, die  eigentlich gar nicht so groß sind, nur per Definition so genannt werden  können, weil sie über 100.000 Einwohner haben. In Deutschland ist überall Provinz. Wer zum Beispiel Siegen  jemals erlebt hat, weiß, dass es sich letztlich nur um eine  Aneinanderreihung von Dörfern und Kleinstädten handelt, aber wie Rom auf sieben Hügeln erbaut. Immerhin auf eine sehr eigene Weise charmant.

Wer glaubt schon, dass allein NRW 28 Großstädte besitzt. Eigentlich sind es doch gefühlt nur Köln sowie Düsseldorf mit ihren Umländern und das  Ruhrgebiet. Der Geist von Düsseldorf? Nein, dazu fällt Herrn Nipp nichts ein. Bei all den föderalistischen Geistern in Deutschland verliert er  immer so schnell den Überblick. Wie einfach haben es da doch die  Franzosen und Engländer mit ihren klar zentralistischen Systemen. Jeder kennt den Geist von Paris und den von London. Oder sind es da doch nur  die Wahrzeichen?

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Zu einem begehrten Sammlerstück hat sich die Vorzugsausgabe von Die Angst perfekter Schwiegersöhne entwickelt. Haimo Hieronymus hat das Cover mit einem Holzschnitt versehen. Gleichfalls aus dem Nippiversum: Unerhörte Möglichkeiten, Kurznovellen. Hieronymus dampft die Gattung der Novelle zu Twitteratur ein.

Ein Porträt des Buchkünstlers finden Sie hier. Zu einem Kollegengespräch lud KUNO Haimo Hieronymus und A.J. Weigoni ein. Ein Essay über Künstlerbücher findet sich hier.

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