Blog Archiv

I. Vereinsamt

25. August 2017
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I. Vereinsamt

  Die Krähen schreiʼn und ziehen schwirren Flugs zur Stadt: bald wird es schnei’n. – wohl dem, der jetzt noch – Heimat hat! Nun stehst du starr, schaust rückwärts, ach! wie lange schon! Was bist Du Narr vor Winters in die Welt entflohn? Die Welt – ein Tor zu tausend Wüsten stumm und kalt!...

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Bayreuther Assoziationen

25. Juli 2016
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Bayreuther Assoziationen

  Oh wer erzählt uns die ganze Geschichte der Narkotika! – es ist beinahe die Geschichte der ›Bildung‹, der sogenannten höheren Bildung!   *** Friedrich Nietzsche ist der Godfather des Cynismus. Oft leisten seine Texte viel mehr: Aufschreckende Brüche und Diskontinuitäten im Sprachlichen, unruhige und gewagte Kombinationen und Schnitte, alchemistische Verbindungen von Kontexten, die man...

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Sils Maria

15. Oktober 2015
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Sils Maria

Die Malojaschlange bringt Regen Volksweisheit aus dem Engadin Hier sass ich, wartend, wartend, – doch auf Nichts, Jenseits von Gut und Böse, bald des Lichts Geniessend, bald des Schattens, ganz nur Spiel, Ganz See, ganz Mittag, ganz Zeit ohne Ziel. Da, plötzlich, Freundin! wurde Eins zu Zwei – – Und Zarathustra ging an mir...

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Nur Narr! Nur Dichter!

25. August 2015
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Nur Narr! Nur Dichter!

  Bei abgehellter Luft, wenn schon des Taus Tröstung zur Erde niederquillt, unsichtbar, auch ungehört – denn zartes Schuhwerk trägt der Tröster Tau gleich allen Trostmilden – gedenkst du da, gedenkst du, heißes Herz, wie einst du durstetest, nach himmlischen Tränen und Taugeträufel versengt und müde durstetest, dieweil auf gelben Graspfaden boshaft abendliche Sonnenblicke durch schwarz...

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Ein Neujahrswort

1. Januar 2015
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Ein Neujahrswort

Herrn Alfred Dove ist das Unglück widerfahren, in einem stelzbeinig geschriebenen und in jedem Betracht Befürchtungen erregenden »Neujahrsworte an die deutsche Geistesarbeit« zuletzt wahrhaft schmählich auszugleiten und fallend in folgenden Tönen zu explodieren: »Da muß man nun von dem vergangenen Jahre anmerken, daß es auch hier wieder wirksame Mahnungen hervorgebracht: seinen Fachgenossen hat der namhafte Physiker...

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Von alten und jungen Weiblein

22. April 2014
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Von alten und jungen Weiblein

»Was schleichst du so scheu durch die Dämmerung, Zarathustra? Und was birgst du behutsam unter deinem Mantel? »Ist es ein Schatz, der dir geschenkt? Oder ein Kind, das dir geboren wurde? Oder gehst du jetzt selber auf den Wegen der Diebe, du Freund der Bösen?« – Wahrlich, mein Bruder! sprach Zarathustra, es ist ein Schatz,...

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Das Verhältnis der schopenhauerschen Philosophie zu einer deutschen Kultur

11. Dezember 2013
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Das Verhältnis der schopenhauerschen Philosophie zu einer deutschen Kultur

Im lieben niederträchtigen Deutschland liegt jetzt die Bildung so verkommen auf den Straßen, regiert die Scheelsucht auf alles Große so schamlos und tönt der allgemeine Tumult der zum »Glücke« Rennenden so ohrbetäubend, daß man einen starken Glauben, fast im Sinne des credo quia absurdum est, haben muß, um hier auf eine werdende Kultur doch noch hoffen...

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Über das Pathos der Wahrheit

1. Dezember 2013
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Über das Pathos der Wahrheit

Ist der Ruhm wirklich nur der köstlichste Bissen unserer Eigenliebe? – Er ist doch an die seltensten Menschen, als Begierde, angeknüpft und wiederum an die seltensten Momente derselben. Dies sind die Momente der plötzlichen Erleuchtungen, in denen der Mensch seinen Arm befehlend, wie zu einer Weltschöpfung, ausstreckt. Licht aus sich schöpfend und um sich...

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Der freieste Schriftsteller

24. November 2013
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Der freieste Schriftsteller

Auch heute noch, nachdem er sich 200 Jahre in der Lesewelt befindet, gilt von Laurence Sternes ‚The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman‘ das Urteil, daß es zu den 10 größten Büchern gehöre, die bisher in englischer Sprache geschrieben worden sind. Arno Schmidt Wie dürfte in einem Buche für freie Geister Lorenz Sterne...

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Mahnruf an die Deutschen

9. November 2013
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Mahnruf an die Deutschen

Wir wollen gehört werden, denn wir reden als Warner, und immer ist die Stimme des Warners, wer es auch sei und wo sie auch immer erklinge, in ihrem Rechte; dafür habt ihr, die angeredet werden, das Recht, euch zu entscheiden, ob ihr eure Warner als ehrliche und einsichtige Männer nehmen wollt, die nur laut...

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Twitteratur

15. August 2013
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Twitteratur

  Das Gedächtnis sagt: So war es. Der Stolz sagt: So kann es nicht gewesen sein. Endlich gibt das Gedächtnis nach.   *** Friedrich Nietzsche ist der Godfather des Cynismus. Oft leisten seine Texte viel mehr: Aufschreckende Brüche und Diskontinuitäten im Sprachlichen, unruhige und gewagte Kombinationen und Schnitte, alchemistische Verbindungen von Kontexten, die man so...

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Wie ich von Wagner loskam

23. Mai 2013
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Wie ich von Wagner loskam

1 Schon im Sommer 1876, mitten in der Zeit der ersten Festspiele, nahm ich bei mir von Wagner Abschied. Ich vertrage nichts Zweideutiges; seitdem Wagner in Deutschland war, kondeszendierte er Schritt für Schritt zu allem, was ich verachte – selbst zum Antisemitismus… Es war in der Tat damals die höchste Zeit, Abschied zu nehmen:...

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Der Fall Wagner

22. Mai 2013
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Der Fall Wagner

1 Ich hörte gestern – werden Sie es glauben? – zum zwanzigsten Male Bizets Meisterstück. Ich harrte wieder mit einer sanften Andacht aus, ich lief wieder nicht davon. Dieser Sieg über meine Ungeduld überrascht mich. Wie ein solches Werk vervollkommnet! Man wird selbst dabei zum »Meisterstück«. – Und wirklich schien ich mir jedesmal, daß ich Carmen hörte, mehr...

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Zur Emanzipation der Frauen

18. April 2013
Von
Zur Emanzipation der Frauen

Können die Frauen überhaupt gerecht sein, wenn sie so gewohnt sind zu lieben, gleich für oder wider zu empfinden? Daher sind sie auch seltener für Sachen, mehr für Personen eingenommen: sind sie es aber für Sachen, so werden sie sofort deren Parteigänger und verderben damit die reine unschuldige Wirkung derselben. So entsteht eine nicht...

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Angenehme Widersacher

18. April 2013
Von
Angenehme Widersacher

Die naturgemäße Neigung der Frauen zu ruhigem, gleichmäßigem, glücklich zusammenstimmendem Dasein und Verkehren, das Ölgleiche und Beschwichtigende ihrer Wirkungen auf dem Meere des Lebens arbeitet unwillkürlich dem heroischeren inneren Drange des Freigeistes entgegen. Ohne daß sie es merken, handeln die Frauen so, als wenn man dem wandernden Mineralogen die Steine vom Wege nimmt, damit...

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Erster Logo-Entwurf für die Edition Das Labor von Peter Meilchen.

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Das Magazin Kulturnotizen (KUNO) reflektiert entstehende Kunst, Musik und Poesie – mit Online-Archiv. Mehr Informationen.

Das lyrische Gesamtwerk von A.J. Weigoni im "Schuber"

Jedes Buch aus dem „Schuber“ von A.J. Weigoni ist ein Sammlerobjekt. Und jedes Titelbild ein Kunstwerk! KUNO fasst die Stimmen zu dieser verlegerischen Großtat zusammen.

Künstlerbücher

Zum Thema Künstlerbücher finden Sie hier einen Essay sowie einen Artikel von J.C. Albers.

Ohrenzwinkern

Coverphoto: Leonard Billeke

In der Reihe MetaPhon sind Facetten der multimedialen Kunst zugänglich.

Alphabetikon

Vertiefend zu ‚Alphabetikon‘ lesen Sie bitte das Kollegengespräch mit Haimo Hieronymus.

Trans

Twitteratur

Hier ein Essay über die neue Literaturgattung Twitteratur.

Edition Das Labor

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