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UNSERE erschöpften Glieder am Abend:

8. Oktober 2018
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UNSERE erschöpften Glieder am Abend:

  Zentromere im Licht eines andern Planeten, Einer anderen Welt, in der wir beieinander- Sitzen seit Anbeginn – so, als wäre seit Jeher nichts anderes anberaumt gewesen Für uns. Das gazellenfüßige Licht, es Besingt dich, daß ich es, unter dem Zelt Deines Schlafs, kaum beschreiben kann. ›Ich liebe dich‹, flüstert es in mir. ›Ich...

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Du bist eine Lilie

2. September 2018
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Du bist eine Lilie

    Du bist eine Lilie Aus Lodern und Schnee – Ein Licht, ein graziles, Aus Düften gedreht. Ich lieb den Gedanken, Daß du mich so liebst, Als gäbs keine Schranken Im Sehnsuchts-Betrieb.   Timalien, Tangaren Umschwirren dich bunt – Ihre Syrinx-Fanfaren Bereisen das Rund: Aus Rauch und Bromelie Und Feuer bei Nacht –...

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Die Saale bei Wettin

2. August 2018
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Die Saale bei Wettin

  Hell und weit, mit Gesang und: trockenem Ge- Räusch über den Knospen liegt, nach langem Winter, die Ebene vor uns; simmernd, unter Den Porphyrbögen aus Licht. Hier, wo der Fluß An den Felsfüßen gräbt, bricht das Idyll in den Blick, verdoppelt sich –: ein zweiter Spiegel Des Wassers, sagt man … die ruhende...

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Die lodernden Mohnhainfeuer von Angersdorf:

30. Juni 2018
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Die lodernden Mohnhainfeuer von Angersdorf:

ein wiegendes, flatterndes Blühen über die Scherbenwälle der Jahrhunderte, ach!, -tausende weg, in den Reservaten, in denen das Abseitige die letzte Ruhe einnimmt. In den Kapseln, den Kapsulen schlummern, noch grün: der Traum, das Geheimnis, an denen das Künftige flicht. Verstreut und entsiegelt – ein Rauschen, das in die Welt...

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Pirol

2. Juni 2018
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Pirol

  Der Vogel, vor sich selbst gewarnt. Kurz. Das Wechseln der Bäume. Wenn die Schnabelmade aufblitzt. Rot. Für Sekunden. Dann ein Jahrtausend Nicht mehr sichtbar sein.     *** Bodenkunde, Gedichte von André Schinkel, Mitteldeutscher Verlag Halle 2017 Weiterführend → Eine Rezension zu diesem Band finden Sie hier. Lesen Sie auch das KUNO-Porträt des...

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WIEPERSDORF

11. Februar 2018
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WIEPERSDORF

Gegend – ja, und das Geräusch des märkischen Schweigens; Kein Armageddon tritt ein, nur die Eine, die letzte Perlschnur aus Licht.   Von den sich aufrollenden Wegen her Bäumen sich Schatten, die Putten Und verwachsenen Zwerge wispern Begehrlich Trochäen ins Schwarz.   Auf dem Teich schläft, ein verletztes Erinnern an andere Tage und Gäste,...

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Obsession und Beglückung

23. November 2016
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Obsession und Beglückung

Eine autopoetische Betrachtung   Mit der Literatur habe ich es mir nicht leicht gemacht, obwohl der Urgrund meiner Poetik denkbar einfach ist: Ich schreibe, um mich meiner Anwesenheit zu versichern. Das ist das Leichteste, meint man – in meiner Situation ist es unheimlich schwer zugleich. Aus der unglaublichen Verlorenheit des Nicht-Wissens erst war ein...

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Aufstieg und Ausblick

20. Oktober 2016
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Aufstieg und Ausblick

Eine schöne Fügung, so stehts in den Annalen, erzwingt einen besonderen Abschluß; und so soll es auch hier sein, aber der Geist spielt nicht mit. Ein Jahr bin ich nun, grübelnd und schreibend, schon hier, schön liegt der Bergfried vor mir, über der Landschaft, dahinter der Weg am Brunnen vorbei, das Würzgärtlein und das...

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Der Drache und die siebenköpfige Prinzessin

13. September 2016
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Der Drache und die siebenköpfige Prinzessin

  Ein Drache, der zu seinem Zeitvertreib eine Prinzessin gefordert hatte, bekam, da die Bevölkerung es ihm mehr als recht machen wollte, eine Königstochter mit sieben Köpfen geschenkt. „Bäks“, murmelte der enttäuschte Drache, „die will ich nicht!“ Weil es aber weit und breit keine wirkliche Auswahl an Prinzessinnen gab, fügte er sich schließlich, nicht...

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Idyll

21. August 2016
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Idyll

  Es muß gegen zehn gewesen sein, als ich begann, über die alten Säcke abzulästern, die immer im Sessel einschliefen und keinen Fernsehabend geschweige denn die Beschälung ihrer Alten durchhielten. Als ich erwachte, war es halb zwei, die Frau war im Bett, und ich hatte mir den Hals fürchterlich an der Lehne verrenkt. Es...

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Menschenfressergeschichte

21. Juli 2016
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Menschenfressergeschichte

  Neulich, pünktlich um sechzehn Uhr vier, betrat ein junger Menschenfresser den Aufenthaltsraum. Zuvor hatte er im Abkalbestall drei tragende Kühe ermordet und ein paar Schlucke aus einem der Güllesilos getrunken. Er sprach hinter vorgehaltener Hand, er wußte wohl, daß er fürchterlich stank, und in seinem Innern explodierte es ständig. Er war eigentlich satt,...

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L’ autre monde oder: Von der Unmöglichkeit

22. Juni 2016
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L’ autre monde oder: Von der Unmöglichkeit

1 Es gibt Jahre, in denen man sich das Herz rausschneidet und umständlich ein neues einsetzt. Mechanische Arbeit, Draht­geflecht, Blut und Gips überall. Oft genug, ist zu befürchten, wird dabei das Sonnen­­geflecht, das mentale Herz des Körpers, verletzt, in Mit­­leiden­­schaft gezogen und muß ebenso aus­­ge­­wechselt werden. Der gewünschte Effekt solch einer Aktion, der in...

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Elftes Nachtstück

23. Mai 2016
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Elftes Nachtstück

Du gehst falsch mit ihr um, die dir in treuer Ergebung in den Träumen erscheint. Du befürchtest sie, weil sie den Traum-Anschein stört, und sehnst sie herbei. Äonen, seitdem du ihrem traurigen Mandelgesicht ein Lächeln entlocktest, zu eurem Kennenlernen vielleicht und lange vorbei. Sie liebt dich vom ersten Tag an, sagt sie und drückt...

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Überfahrt

21. April 2016
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Überfahrt

Als die Großmutter starb, lag das Land nicht im Schatten, wie es die großen Dichter beschreiben, wenn der Welt und einem ihrer Wesen Ungerechtigkeit widerfährt. Es war Ende August, der Hochsommer neigte sich schon und verbrühte den Landstrich mit Sonne und giftigen Gewittern. Ich war mit meiner Familie auf der Flucht gewesen; heute denke...

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Ein Minotaurus

22. März 2016
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