Blog Archiv

Seismograph des Übergangs

18. Juli 2018
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Vorbemerkung der Redaktion: Das Kultusministerium NRW unterstützt die Arbeit an diesem Roman mit einem Arbeitsstipendium. Denis Ullrich lag ein Handexemplar vor, er hat einen Rezensionsessay verfaßt – und ein Epigraph von Carl Zuckmayer vorangestellt: Vom Rhein. Von der großen Völkermühle. Von der Kelter Europas! Und jetzt stellen Sie sich doch mal Ihre Ahnen­reihe vor – seit...

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todestag

10. März 2018
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es ist dein todestag / und dein leben beginnt / ein anderes / alles hinter dir / und wer glaubt es gäbe nur ein leben / dem sagst du nein / leben gibt es viele / ein neues beginnt jetzt / weil du es so willst   *** Mit seiner micropoetry gelingt es Denis Ullrich...

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hommage à jean krier

12. Januar 2018
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es spielt keine rolle wo sich für uns das jenseits vom diesseits trennen wird nochmal eine reise also nach paris rom helsinki athen new york berlin yaoundé oder basse-terre wäre unsinnig aber danach fragen wir nicht tun es einfach nach paris weil guadeloupe so unwirklich ist sagt sie nichts als...

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Neuromorph (10 hoch 21)

9. Dezember 2017
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Neuromorph (10 hoch 21)

Alan sagt: Eure Sinneseindrücke sind Täuschung, alle Überzeugungen Irrtümer, geistige und materielle Welt ein Schwindel. Ein Leben ohne Wirklichkeit liegt außerhalb eures Willens und eurer Vorstellung. Wir sind wie Zombie-Sue Blackmore: Wir existieren ohne Bewusstsein, ohne subjektives Erleben; wir sind erfunden und haltlos, übermenschlich intelligent, die Krone der Schöpfung.   Dialog: Phase 1 (Januar...

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Brainfuck

14. November 2017
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Brainfuck

  Kennst du Brainfuck? Bot: Eine esoterische Programmiersprache. Und was ist eine esoterische Programmiersprache? Bot: In welcher Sprache bist du geschrieben? In HUMANIX 1.0. Bot: Das ist fein. Kennst du HUMANIX? Bot: Ja klar, wie könnte ich einen so schönen Namen vergessen. Was hältst du von der Welt, in der wir leben? Bot: Ich...

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IT-Arsch (k.k. sunk in public)

13. Oktober 2017
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IT-Arsch (k.k. sunk in public)

  Ein fettärschiges IT-Girl hatte einst ein Leck. Wo, das ist nicht klar. Mutmaßlich in der iCloud. Nicht öffentliche Fotos wurden öffentlich. Wir mögen sie. Mögen, was wir von ihr zu sehen bekommen. Sie ist die moderne Marilyn Monroe. Niemals wirklich nackt und dabei so bitch exciting. / … Oops manchmal findet sie nichts...

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Denk mal, Teddy (Verlaufen in der Greifswalder)

18. September 2017
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  Da schaut er weiterhin in die Ferne (wohin?) vor Arbeiterfahne gepfropft der bronzene Oberkörperanschnitt auf ukrainischem Granit, 50 Tonnen ewiglich erstarrter Rotfrontkämpfer, denunziert von Hilliges, erniedrigt versehrt entwürdigt inhaftiert gequält erschossen, ein Stabsscharführer der SS erledigte das auf Befehl von oben oder ein Oberscharführer oder ein Obersturmführer oder die Teufelsbrut zusammen oder ein...

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Destruktiver Sinnlichkeitskonstruktor

18. August 2017
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Destruktiver Sinnlichkeitskonstruktor

Ein Rezensionsessay – Sogar mit zwei Epigraphen: Dare Mighty Things Teil eines bekannten Zitates Theodore Roosevelts (26. Präsident der Vereinigten Staaten) und inoffizielles Motto des Jet Propulsion Laboratory / California Institute of Technology Plato machte es sich einfach. Als er darüber nachdachte, woher ein Dichter seine Einfälle nimmt, kam er zu dem Schluß, der...

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Eine Karriere

15. August 2017
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Eine Karriere

»Stopft ihnen doch einfach das Maul … am besten mit ihren eigenen Produkten … steckt ihnen ihre glitzernden iPhones, Tablets, Kühlschränke, Toaster und Autos und Plasmabildschirme so richtig schön tief in den Hals; ihre fucking Burger und Chicken Nuggets und Fritten gleich mit dazu – und alles wird gut. Stopft noch sämtliche Anti-Aging-Cremes hinterher...

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Eingriff, sternklar

8. Juli 2017
Von
Eingriff, sternklar

Im zweiundzwanzigsten Jahr nach der Veröffentlichung seines ersten Gedichtbandes sei hier noch einmal an diesen Ausnahmedichter erinnert: 2014 erschien das letzte Werk des 1949 in Luxemburg geborenen Wortakrobaten Jean Krier, der bis 2010 als Gymnasiallehrer für Deutsch am Lycée de Garçons in Luxemburg tätig war und bereits 1995, nach zahlreichen Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften, sein...

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Der letzte ›aussersprachliche‹ Punkt

20. Juni 2017
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Der letzte ›aussersprachliche‹ Punkt

Ein Gesamtwerk auf nur 263 Textseiten – weniger noch, wenn wir uns auf Daniel Walters immanentes Werk konzentrieren möchten und die – ohne jeden Zweifel die Edition erklärende und veredelnde – Tara: das sehr persönliche Vorwort des Herausgebers Christian Kläui, das minutiös analysierende, sowohl Walters Schreiben als auch dessen Position in der heutigen Schweizer...

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Fingerübung

13. Juni 2017
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Fingerübung

  Jeden Tag ein Gedicht schreiben, habe ich mir gedacht. Kein Schmonzes über rote Rosen und Sonnenuntergänge, keine Lügen über Liebe. Renitent möchte ich sein, Thanatos gegenüber, und auch ansonsten rebellieren gegen alles. Als Fingerübung und noch mehr. Jeden Tag eines.   Den Tod überlisten durch ein tägliches Gedicht. Ein Sisyphos sein, die Götter...

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Nimm mich

13. Mai 2017
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Nimm mich

  Wachküssen sollst du mich. Wachküssen, das las ich irgendwo. Wie alles. Im Leben nicht aufgegangen, Kreatur im Schatten. Fremd und befremdlich. Immerda und nimmerda. Das ist ein Chaos manchmal. Und es beschreibt die Welt. Gelesen. Alles gelesen. Erdacht, ergänzt, gesagt, geschrieben. In Form gebracht. Und zitiert. Der ehrlichste Poet hat unbewusst gestohlen.  ...

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Am Kamin

12. April 2017
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Am Kamin

  Blue Hour … das Feuer, trotzig entfacht. Regenschauer … zerstören das Blau. Sekundentrauer … die Schwere, zu früh gelacht. Lebensdauer … der Winter wird lau – I’m a firestarter.   Mein Haus sei die Höhle, mein Feuer das Licht, das Licht sei die Sonne, das Gute; mein Erdachtes, Erkanntes, Manuskript von Gewicht, das...

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Schalltod

13. März 2017
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Schalltod

  Das ist auch ein Tod. Eine normale Konversation hat ungefähr eine Lautstärke von 60 Dezibel. Ein Zimmer, in dem man schläft, so um die 30. Wie immer man sich das vorstellt, so ein Zimmer, in dem man schläft.   Es gibt einen schalltoten Raum.   -9 dB ist das Eigenrauschen des Raumes, dort...

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Wider den Zeitgeist in 140 Zeichen

14. Februar 2017
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Wider den Zeitgeist in 140 Zeichen

  Twitter ist Scheiße, brummte er, und warf grollend sein Tablet aus dem Fenster im achtunddreißigsten Stock. Personen kamen nicht zu Schaden.   *** Der Essay Sind wir nicht alle ein bisschen COPY & Paste? wurde beim KUNO-Essaypreis 2013 mit einer lobenden Erwähnung bedacht. Die Begründung findet sich hier. Die Redaktion verlieh Denis Ullrich...

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Junge Haut und Gottes Beitrag

13. Januar 2017
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