Weltverschwörungstheater

Hingewiesen sei auf einen gepfefferten Artikel aus der Welt am Sonntag, in dem sich der Historiker und Politologe Matthias Küntzel gegen die Wagner-Verehrung im Jubiläumsjahr wehrt. Wagner, schreibt er, war keineswegs nur Antisemit aus Konkurrenzneid, sondern ein in der Wolle gefärbter Antisemit:

„Wagners Judenfeindschaft war revolutionär. Sein revoltierender Geist und sein antisemitisches Ressentiment standen nicht im Widerspruch, wie es Wagner- Apologeten gern behaupten, sondern gehörten zusammen. ‚Der Jude‘, schrieb Wagner 1850, ‚herrscht und wird so lange herrschen, als das Geld die Macht bleibt, vor welcher all unser Tun und Treiben seine Kraft verliert.‘ Folgerichtig sah er im ‚Untergang‘ der Juden das Mittel, die ‚deutsche‘ Kunst von Geldherrschaft und Egoismus zu befreien.“