untiefen

 

 

blieb wohl oder übel

im gedankentreibsand stecken

zwischen staubsauger und biotonne

erschlägt eine zeitungszeile das nichts

 

zum nächsten überlebenstraining

warten hinter verregnetem fensterglas

grau-schwarz lindengerippe

auf den anflug flüchtender krähen

 

des nachbars satellitenschüssel

saugt bewegte bilder aus südost

und leiernd quillt aus dem radio

mozarts  letztes werk

 

ein heiserer vorgartenhund

verbellt fremde und eine katze

auf jagd nach unerreichbar

wippenden bachstelzen

 

ich verspüre

vor allem kalte füße

 

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Aus: Versnetze_fünf
Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart
Hrsg. von Axel Kutsch
Landpresse 2012
352 Seiten | 22 Euro