märchen und sagen

 jacob grimm (1785 bis 1863) und wilhelm grimm (1786 bis 1859) schrieben in ihrer >Vorrede< zur sammlung >Deutsche Sagen<: »Das Märchen ist poetischer, die Sage historischer; jenes stehet beinahe nur in sich selber fest, in seiner angeborenen Blüte und Vollendung; die Sage, von einer geringern Mannigfaltigkeit der Farbe, hat noch das Besondere, dass sie an etwas Bekanntem und Bewußtem hafte, an einem Ort oder einem durch die Geschichte gesicherten Namen … Die Märchen also sind teils durch ihre äußere Verbreitung, teils ihr inneres Wesen dazu bestimmt, den reinen Gedanken einer kindlichen Weltbetrachtung zu fassen, sie nähren unmittelbar, wie die Milch, mild und lieblich, oder der Honig, süß und sättigend, ohne irdische Schwere; dahingegen die Sagen schon zu einer stärkeren Speise dienen, eine einfachere, aber desto entschiedenere Farbe tragen und mehr Ernst und Nachdenken fordern … Der Geschichte stellen sich beide, das Märchen und die Sage, gegenüber, insofern sie das sinnlich Natürliche und Begreifliche stets mit dem Unbegreiflichen mischen.« je phantastischer sagen sind, umso mehr ähneln sie märchen, die oft nur begrenzt versteht, wer ihren mythischen und kultischen hintergrund nicht kennt, während sagen teils bereits skepsis gegen überwirkliche wahrnehmungen erkennen lassen.

das märchen ist, indem es stärker aus zauberhaftem wächst, noch der magie und schon der kunst näher. heinrich heine (1797 bis 1856) schrieb von der »Märchenhaftigkeit der wildfremden Erscheinung«. märchen berichten wunderbare begebenheiten von figuren, die häufig mit kräften des überwirklichen verbunden sind oder davon in ihrem schicksal beeinflußt werden. die märchenhaften symbole ähneln denen in mythen, religionen, mystik, alchemie, orakeln, aberglaube, träumen, utopien, literatur, kunst, rauscherfahrungen, lügengeschichten, wahngebilden und überhaupt allen arten existentieller und elementarer erfahrungen, die eine zeitlose und überreale dimension haben.

»Was so mannigfach und immer wieder von neuem erfreut, bewegt und belehrt hat, das trägt seine Notwendigkeit in sich und ist gewiß aus jener ewigen Quelle gekommen, die alles Leben betaut … Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.« schrieb wilhelm grimm im vorwort zu den >Kinder- und Hausmärchen<. wer dem wolf symbolisch begegnet, braucht das wort raubtier nicht mehr. wenn märchen ihn böse nennen, bleiben sie eigentlich hinter ihrer eignen tiefe und substanz zurück. auch literatur, die gegenwelten formiert, unterwandert begriffe, ja macht sie unnötig.

wilhelm grimm wies darauf hin, »dass bei den Galliern nicht erlaubt war, die überlieferten Gesänge aufzuschreiben, während man sich der Schrift in allen übrigen Angelegenheiten bediente.« die schriftliche aufzeichnung der mythen und des geheimwissens der druiden blieb bis zum ende der keltischen kulturen untersagt. zum einen ging dadurch viel mythisches wissen, dessen mündliche weitergabe letztlich doch abriß, verloren oder kann nur aus bruchstücken rekonstruiert werden. andererseits haben gerade die keltischen völker, vor allem die iren, mit ihrer ausgeprägten tradition der mündlichen überlieferung viel sagenundmärchengut bewahrt. es gibt 1,5 millionen gesammelte irische märchen und sagen. vorteilhaft wirkte auch, daß irische mönche schon im 7. jahrhundert, als das heidnische schriftverbot längst nicht mehr galt, damit anfingen, die irischen volksüberlieferungen aufzuschreiben. später beförderten nationalirische kulturbewegungen diese tradition. noch im 20. jahrhundert zogen professionelle irische märchenundsagenerzähler mit ihren programmen über land wie anderswo sänger und musikanten. einige tun dies bis heute.

die früheste erwähnung des deutschen worts märchen findet sich im 15. jahrhundert in mitteldeutsch frühneuhochdeutsch mergin, merechyn=kleine erzählung mit erfundenem inhalt, das sich gegen mittelhochdeutsch mærelīn=geschichtchen, erdichtetes und oberdeutsch frühneuhochdeutsch märlein durchsetzte. schließlich ist die uns geläufige bedeutung im sinne von (kinder)märchen gebräuchlich geworden, die nicht zuletzt durch die märchen der brüder grimm etabliert wurde. der märchensammler ludwig bechstein (1801 bis 1860) schrieb, das märchen sei dem kindesalter des menschen vergleichbar. allerdings waren die grimmschen märchen schon auch für erwachsene gedacht.

das grimmsche wörterbuch, das märchen »kleine mär, kleine erzählung« nennt, erklärt: »mährchen, für eine mit dichterischer phantasie entworfene erzählung … besonders eine erzählung aus der zauberwelt.«, und erwähnt indes auch andere bedeutungen: »mährchen, in allgemeiner bedeutung, eine kunde, nachricht, die der genauen beglaubigung entbehrt, ein bloszes weiter getragenes gerücht … zugleich mit dem sinne des übertriebenen, nicht glaubhaften oder voraussichtlich falschen … mährchen, in schärferem sinne für etwas bewust gelogenes, erfundenes … mährchen ferner für ein bloszes phantasiegebild, eine einbildung dessen was sein oder geschehen könnte.«

verwandt ist das wort märchen mit mär, das etwas legendenhaftes als gegenteil des real geschehenen meint, auch unwahrheit bedeuten kann und zugleich ins visionäre und utopische übergeht. zunächst war mär vor allem eine rühmende geschichte, was mehr der sage als dem märchen entspricht. man verbindet mär, das bis ins 19. jahrhundert hinein gebräuchlich blieb, mit altirisch mār, mōr=groß und griechisch -mōros=groß, etwa in enchesímōros=groß im speerwerfen, speerberühmt. zur gleichen wortwurzel gehören gotisch mērjan=verkünden, siehe waílamēreis=von gutem ruf, wohllautend, löblich, altnordisch mæra=preisen, loben, althochdeutsch māren=verkünden, sagen, māri=bekannt, berühmt, hervorragend, glänzend, sowie mittelhochdeutsch mæren=verkünden, bekanntmachen, berühmtmachen, mære=kunde, nachricht, bericht, rede, dichterische erzählung, ruhm, berühmtheit, gerücht, und mære=gern und viel besprochen, bekannt, berühmt, berüchtigt, der rede wert.

sage bezeichnet im deutschen, spätestens seit dem 19. jahrhundert allgemein üblich, eine überlieferung, konkret einen bericht über vergangenes, meist weit zurückliegendes, das von generation zu generation weitergegeben wurde, aber nicht streng belegt sein muß. sagenhaft heißt somit der inhalt einer historischen erzählung, der teils verbürgt und teils erfunden, also nicht, oder zumindest nicht vollständig, als tatsächliches geschehen nachweisbar ist. man spricht von göttersage, heldensage, volkssage. umgangssprachlich nannte man zudem einen verbreiteten bericht über etwas oder die kunde von etwas sage, auch im sinne der vorstellung vom unsicheren, unglaubwürdigen, unzuverlässigen, gerüchteartigen, verleumderischen. überdies kann das sagenhafte das unvorstellbare sein. daneben war deutsch sage wertneutral einfach das, was gesagt wird, etwa vor gericht, bei einem verhör oder als urkundliches zeugnis. althochdeutsch saga hieß aussage, rede, erzählung, gerücht, mittelhochdeutsch sage das sprechen, rede, aussage, erzählung, bericht, gerücht. englisch saw bedeutet spruch, redensart, maxime, sprichwort, altnordisch saga erzählung, bericht, die gesprochene geschichtserzählung im gegensatz zum gesungenen historischen lied, später die vorgeformte literarische erzählung. verwandt sind deutsch sehen, gotisch siuns=gesicht, sehkraft, litauisch sakýti=sagen, erzählen sowie lettisch sekt=suchen, ausfindig machen. saga meint heute speziell die isländischen sagas. möglicherweise gehört auch skalde, die bezeichnung der altnordischen dichter, zu diesem wortfeld.

die deutschen sagen der brüder grimm sind weniger bekannt als die grimmschen märchen, die in 170 sprachen übersetzt wurden. bis heute werden figuren und passagen dieser märchen, die wahrscheinlich zu den bekanntesten deutschen texten überhaupt gehören, weltweit in literatur, musik, bildender kunst und filmkunst zitiert, verwendet oder bearbeitet. mit den sagen geschieht dies ebenfalls, doch seltener, obwohl einige davon ähnlich bekannt sein dürften wie >Frau Holle<, >Hänsel und Gretel<, >Rotkäppchen und der Wolf< oder >Sneewittchen<, etwa >Der Tannhäuser<, >Wilhelm Tell<, >Die Kinder zu Hameln< oder >Friedrich Rotbart auf dem Kyffhäuser<. aber das ist regional verschieden, weil sagen historisch und landschaftlich konkreter sind. manche figuren kommen gleichermaßen in grimmschen märchen und grimmschen sagen vor, so hollen, nixen, teufel und zwerge.

kinder

als die brüder grimm ihre >Kinder- und Hausmärchen< ausdrücklich als sammlung für kinder herausgaben, wohl auch in der hoffnung, daß die märchentexte, indem man sie kindern vorliest oder erzählt, allgemein bekannt werden und so bewahrt bleiben, war kind noch ein wort mit eher negativer bedeutung. kinder wurden lange in ihrer altersgemäßen eigenart kaum wahrgenommen oder gar abgewehrt, nicht zuletzt weil sie als schwer berechenbare und schamlose wesen galten, die gültige normen ins wanken bringen können. wenn menschenkinder im sprachgebrauch tierjungen nahegerückt wurden, siehe redensarten wie »Mit Kindern und Rindern«, »Kindermaß und Kälbermaß« oder »Er hat weder Kind noch Rind«, so klingt das, jedenfalls aus heutiger sicht, durchaus abwertend.

das grimmsche wörterbuch erklärt, »vom übermütigen, läppischen, furchtsamen, unerfahrnen menschen … sagt man, er sei ein rechtes kind«. die neigung, kindliches als wenig belangvoll darzustellen, entgegnete wohl auch unbewußt einem vagen gefühl, daß kinder wichtiges zu geben hätten, das die »erwachsene« lebensart verändern könnte. die floskel »Kleine Kinder kleine Sorgen, große Kinder große Sorgen« suggeriert, kinder hätten allenfalls unbedeutende und untergeordnete konflikte. »Kinderleichtes« meint problemlos und »Ammenmärchen« unfug. friedrich müller (1749 bis 1825) schrieb: »Ihr wißt, wie es geht: Ammen erzählen Mährchen, Kinder und Narren glauben sie.« der volksmund sagte: »Wer es glaubt, der wird zum Kind«, also dumm.

selbst in saturierten mitteleuropäischen familien starben bis weit in die neuzeit hinein nicht selten die hälfte der geborenen kinder an krankheiten. daß die eltern mit dem frühen tod ihrer kinder rechnen mußten, mag ihnen die liebende zuwendung erschwert haben. das vermeiden von einfühlung wäre somit auch eine schutzreaktion gewesen. außerdem machte materielles und ideelles elend kinder zu objekten. sie waren bevorzugte opfer autoritärer umgangsformen und beim abreagieren aufgestauter gefühle. sprichworte wie »Es ist besser, die Kinder bitten dich, als du sie«, »Es ist besser das Kind weine, denn der Vater« oder »Kinder soll man ziehen, dass der Apfel bei der Rute liege« zeigen ein zuckerbrotundpeitsche-denken im volksbewußtsein: »Je lieber Kind, je schärfre Rute«. »Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.« heißts im >Neuen Testament<.

»Kindlich gehorsames Bitten« geziemte den untertanen. »Sich lieb Kind machen« bedeutet einschmeicheln, anbiedern, heucheln. sogar die anrede »liebes Kind« konnte herablassend klingen. häufig sprach man untergebene als kinder an. die landesherrn nannten so ihr volk, die geistlichen die gläubigen, also ihre »Schafe«, was die hunde assoziiert, die handwerker die gesellen, geschäftsleute das personal, hausbesitzer die mieter, offiziere die soldaten, schiffseigentümer die mannschaft. der mann nannte seine frau kind und diese wiederum den siech, oder gar närrisch, gewordenen alten, ob ehemann oder vater.

andererseits haben viele sprichworte über kinder etwas anrührendes. man spricht vom kind, das die mutter unterm herzen trägt. friedrich schiller (1759 bis 1805) schrieb vom »zarten Alter«, wie derb und nüchtern wirkt dagegen »Säugling«, christoph martin wieland (1733 bis 1813) von »jener dichterischen Zeit, / mit deren Wundern uns der Amme Freundlichkeit / durch manches Mährchen einst in süßen Schlummer wiegte.« der sensible umgang mit dem wort kind signalisiert indes oft tragik. »Kluge Kinder leben nicht lange«, »Viel Kinder viel Vaterunser«, »Wenn das Kind ertrunken ist, deckt man den Brunnen zu«. das einzelkind wird »Angstkind« genannt, wohl weil es, aufgrund der angst der eltern um es, häufig selber bang gerät. »Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.« postuliert das >Neue Testament<. »Im Kinde ist Freiheit allein.« meinte friedrich hölderlin (1770 bis 1843). der gesamteindruck jedoch bleibt. das verhältnis zu kindern war lange zumindest ambivalent. man lese darüber bei philippe ariès (1914 bis 1986) in seiner >Geschichte der Kindheit<. viele erwachsene lernen bis heute wenig vom besonderen, unverdorbenen, erfrischenden der kinder, offenbar da sie die irritationen fürchten, die ihnen die eignen verluste und deformationen bewußt machen könnten.

notiz zu >Rotkäppchen<

könnte es sein, daß der wolf ursprünglich die großmutter selbst war und lediglich deren vormalige funktion übernahm? die patriarchale umdeutung einst matriarchal geprägter mythen brachte durchaus solche transformationen und verschiebungen hervor. die großmutter als wolf würde die unbeherrscht herrschende urnatur verkörpern, die etwa des teufels großmutter symbolisiert, und entspräche damit dem negativen weiblichen elementarcharakter, das heißt der verschlingenden großen mutter, wie sie der psychoanalytiker erich neumann (1905 bis 1960) in seinem buch >Die Große Mutter / Eine Phänomenologie der weiblichen Gestaltungen des Unbewußten< beschrieben hat, das vielleicht doch eher männliche vorstellungen vom weiblichen darstellt. daß die großmutter das rotkäppchen besonders liebt, ist kein argument gegen möglicherweise vorhandene ambivalenzgefühle. wahrscheinlich gehörte einst sogar das kannibalische kindsopfer zum kult der urmutter. wer gebiert, kann auch töten. die naturreligiöse ganzheit der welt verlangte die verschmelzung der gegensätze. wer die eigene frucht, also das wertvollste, verspeiste, nahm die kraft des opfers auf und gewann dadurch neue fruchtbarkeit. der >Hexenhammer< behauptete, wölfe, christlich teufelstiere, würden ihre eigenen jungen verschlingen.

der wolf selbst hat eine beziehung zur weiblichen symbolik. eine wölfin soll romulus und remus, die sagenhaften gründer roms, die mars gezeugt hatte, gesäugt haben. wie diesen kindern wird der großmutter im märchen nahrung gebracht. wenn der wolf, ein typischer verschlinger, am ende an den steinen im eignen bauch zugrunde geht, mythen kennen zahlreiche steingeburten und manche kulturen bewahren bis heute rituale, die glauben lassen, steine könnten fruchtbar machen, so erscheint er tragisch-komisch in einer weiblichen rolle, der er nicht gewachsen sein kann. denn nicht alle, die verschlingen, können auch gebären. der zweite wolf in >Rotkäppchen< ertrinkt in einem steintrog voller gekochter würste, was man als einen männlichen tod im mutterkörper deuten könnte. dies erinnert an das märchen >Der Wolf und die sieben jungen Geißlein<, wo dem wolf anstelle der befreiten geißlein wackersteine in den bauch gelegt werden, die ihn, als er sich über den brunnenrand beugt, um zu trinken, ins wasser stürzen und ertrinken lassen. auch der brunnen ist symbol des mutterkörpers.

rotkäppchens rote kappe, die solare bedeutungen assoziiert, rückt sie ebenfalls dem wolf nahe, der in mythen gleichermaßen mit licht und tod verbunden ist. im griechischen mythos war er das heilige tier des lichtgotts apollon und symbolisierte das sonnenlicht. artemis, die mondgöttin, apollons schwester, soll ebenfalls eine wolfsgöttin gewesen sein. in der >Snorri-Edda< tötet der fenriswolf beim weltuntergang odin und verschlingt sonne und mond. bei den althispaniern erschien der unterweltherrscher wolfsköpfig, während er auf etruskischen grabsteinen eine wolfskappe trug. die algonkin-indianer kannten einen wolf als häuptling ihres totenreichs.

zugleich konnte der wolf, indem er die seele von verstorbenen verkörperte, ein ahnentier sein und als stammvater ganzer völker und stämme auftreten. auffallend ist, daß der wolf rotkäppchen bereits vor der ersten begegnung kennt, nicht aber rotkäppchen wirklich den wolf. sollte eine totemistische vorstellung in dieses märchen hineingewirkt haben, würde der wolf seine verwandten, also rotkäppchen und die großmutter, aufsuchen und sie verschlingen, um wieder mit ihnen vereint zu sein oder sich durch sie zu verjüngen. die tötung der wolfs wäre dann die ausweisung eines totengeistes aus der welt der lebenden.

rotkäppchens wanderung kann auch als initiationsweg mit höllenaufenthalt verstanden werden, bei dem das mädchen die geheimnisse der liebe erfährt, die ihm wolfsgestaltig zunächst fremd, dämonisch, unersättlich und verschlingend begegnet. die freundlichkeit, hinter der eine listige verführungskunst steckt, mit der ihr der wolf, dessen absichten sie nicht einmal ahnt, anfangs entgegentritt, hat etwas teuflisches. »Das junge, zarte Ding, das ist ein fetter Bissen, der wird noch besser schmecken als die Alte«, denkt er insgeheim, und fragt: »Was trägst du da unter der Schürze?« »Kuchen und Wein, gestern haben wir gebacken.«, antwortet rotkäppchen. das sexuelle motiv erscheint hier kulinarisch, obwohl der eher konservative wilhelm grimm bei seinen märchenundsagenbearbeitungen manche sexuelle anspielung getilgt oder wenigstens abgeschwächt hat.

backen ist eine alte kunst der urmütter, weisen frauen und hexen gewesen. auf symbolischer ebene entspricht das wachstum der kinder im körper der mutter dem backen von broten, brötchen und kuchen aus dem teig im ebenfalls gewölbten backofen. schon die antike kannte den backofen als symbol des gebärenden bauches. später wurde der auch im deutschen vertraute vergleich des backens mit der zeugung und geburt eines kindes vor allem in frankreich, wo es das märchen vom rotkäppchen in eigenen fassungen gibt, vielfach gebraucht. bei arthur rimbaud (1854 bis 1891) erscheint der backofen als warmer schoß. deutsch war backen ein synonym für kinder zeugen. schwächliche kinder nannte man nicht ausgebacken. im österreichischen burgenland heißt ein weihnachtsgebäck wickelkind. in der alchemie galt der ofen als mutterkörper, aus dem die verwandelte und geläuterte materie entstehen sollte.

in der ukraine gehörte das umreiten des backofens zu den hochzeitsritualen. bei den slowenen warf die braut, bevor sie sich zum hochzeitsmahl setzte, münzen in den ofen, sozusagen geldsamen für die zukunft ihrer kinder. in tirol sollte eine unfruchtbare frau in einen backofen kriechen. schwangere frauen mußten am backofen zahlreiche und genau bestimmte regeln beachten, deren nichteinhaltung die geburt sowie ihre eigene gesundheit und die des kindes beeinträchtigen konnte. in thüringen und im vogtland durfte die braut beim backen des hochzeitsbrotes nicht mitwirken, in schlesien die wöchnerin nicht kuchen schieben. in chemnitz sollten schwangere nicht in den teig greifen, sonst würden dem kind die hände aufreißen. in rumänien war es der schwangeren frau untersagt, den backofen mit lehm einzuschmieren, andernfalls würde sie eine schwere geburt haben. bei den siebenbürger sachsen deutete ein längsriß in einem brot auf eine geburt. eine frau, die sich das gebären erleichtern wollte, betete dort vorm ofen. stand die geburt bevor, sagte man, der ofen werde bald einfallen. auch im alemannischen bedeutete »Der Ofen ist zusammengefallen.« das kind ist geboren.

»Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hol ich der Königin ihr Kind.« singt rumpelstilzchen. geht das märchen vom rotkäppchen auf das ritual eines kindsopfers zurück? warum braucht die großmutter ausgerechnet kuchen und wein? gehörten beide ursprünglich zur initiationsmeisterin? welche zutaten enthielten rotkäppchens geschenke für die großmutter? waren rauschmittel darin? sind die verschlingungen gar bloß orgiastische visionen wie die flüge der hexen?

schließlich gelingt rotkäppchen die wiedergeburt in ein durch erfahrung gereifteres leben. unter initiatorischem aspekt betrachtet wird der wolf am ende aus der welt des nunmehr erwachsenen mädchens ausgestoßen. möglicherweise war einst die wölfische großmutter selbst, die das kind symbolisch verschlang, um es danach in die gesellschaft der erwachsenen zu entlassen, die initiationsmeisterin, die den tod der kindheit inszenierte, womit häufig einige grausamkeiten verbunden waren.

notiz zu >Hänsel und Gretel<

die ente aus >Hänsel und Gretel<, die zuletzt die kinder auf ihrem rücken übers wasser trägt, so daß sie aus dem wald der hexe ins diesseits der lebenden zurückkehren können, gehört zu den mütterlich hilfreichen tieren. ihr weißes gefieder verweist zudem auf einen vogel des jenseits, der magie und der seele, wie der schneeweiße vogel, der die kinder anfangs zur hexe geleitet hatte. als gretel die hexe getötet und hänsel gerettet hat, springt dieser heraus »wie ein Vogel aus dem Käfig«. die beiden vögel des märchens sind wohl die seelen getöteter kinder. und auch die seelen von hänsel und gretel wären vermutlich vögel geworden, hätte die hexe ihre körper verspeist. in antiken sagen und im europäischen volksglauben lassen manche vögel, etwa kraniche und wachteln, kleine steine im flug fallen, um den rückweg zu finden. im hänselundgretelmärchen tun die kinder ähnliches, indem sie erst kieselsteine und dann brosamen am wegrand fallen lassen.

auch an erotische und sexuelle bedeutungen der ente ist zu denken. hänsel und gretel, die sich am ende küssen, wurden als inzestpaar gedeutet, was ihre hexenwalderfahrung zu einem initiationsritual von liebenden machen würde. griechische vasenbilder ließen aphrodite und eros auf enten reiten. das altertum kannte entenfleisch als aphrodisiaka. noch der deutsche aberglaube meinte, daß das essen einer ente den männlichen samen vermehrt. eine begehrte frau mußte in deutschland einen mann lieben, wenn dieser einen entenschnabel in der hose hatte, der ihn unwiderstehlich machte. william shakespeare (1564 bis 1616) schrieb vom brünstigen enterich. im christlichen denken hingegen konnten enten erscheinungsform von hexen sein.

das haus der hexe ist gebacken. vielfältig waren die bräuche der verwendung von broten und anderem gebäck beim liebeszauber. serbische frauen kneteten teig zu einem rundkuchen, mit dem sie die männer liebestoll machen wollten, auf ihrem eigenen hintern. in deutschland und österreich sowie bei slawischen völkern sollte sich eine frau, die über ihren mann herrschen wollte, am hochzeitstag im backtrog anziehen. schließlich beherrschten auch hexen die kunst des zauberns beim backen und flogen mit backundofengeräten, backtrögen, backschaufeln, ofenbesen, ofengabeln, durch die lüfte.

zuletzt verbrennt die hexe, die abgesunkene große mutter, die hänsel und gretel rösten wollte, um sie zu essen, im eignen backofen, das heißt der zeugungsundgeburtsvorgang wird zum tod hin umgekehrt und damit das kindsopfer paradox aufgehoben. es fällt auf, daß am ende, nachdem die hexe getötet wurde, auch die stiefmutter gestorben ist. entsprechen beide figuren einander? im grimmschen märchen >Brüderchen und Schwesterchen< ist die stiefmutter direkt eine hexe, in der ursprünglichen fassung von >Hänsel und Gretel< die stiefmutter die wirkliche mutter. im russischen märchen >Die wunderschöne Wassilissa< verschmelzen stiefmutter und baba jaga. böse mütter findet man in märchen häufig. wer stärker liebt, haßt vielleicht auch konsequenter. märchen sind ambivalent, weshalb man bei ihnen, wie in der mythologie und psychologie, immer auch die umkehrungen mitdenken muß. »wo in der einen Version eines Märchens „Gott“ steht, findet sich in der andern der Teufel.« schrieb c.g. jung (1875 bis 1961).

die hexe in >Hänsel und Gretel< war ursprünglich wohl ebenfalls eine initiationsmeisterin, die jungen und mädchen, nach einem durchlebten tod der kindheit, ins leben der erwachsenen einführte. initiatorisch, und viele märchen haben einen initiationshintergrund, den heutige leser freilich kaum noch kennen, werden die kinder ins urchaos eines waldes geschickt, um darin schockartig die geborgene urwelt der kindheit zu überwinden. das grimmsche märchen betont allerdings den negativen charakter der hexe.

ein märchen aus rumänien verbindet motive aus >Hänsel und Gretel< und dem niederdeutschen märchen >Von dem Machandelboom<, einer kannibalischen novelle mit seelenvogel, wo der wacholder, den man auch als weltenbaum deutete, die auferstehung eines von seiner stiefmutter getöteten und zubereiteten und danach vom vater unwissentlich in der suppe verspeisten jungen befördert, der, nachdem seine schwester die knochen zusammengesucht hat, in vogelgestalt, die seine seele zunächst annimmt, aufersteht und davonfliegt und schließlich seine menschliche gestalt zurückgewinnt. wiederbelebungen durch das zusammenfügen der knochen finden sich mythisch vielfach. auch die knochen des jesus wurden vor der auferstehung nicht, wie die anderer kreuzigungsopfer, zerschlagen und zerstreut. und tatsächlich enthalten knochen genmaterial. die geschichte vom machandelboom erinnert an den griechischen fruchtbarkeitsgott kronos, der seine kinder verschlang, oder die wiederbelebung des ägyptischen gottes osiris.

im rumänischen märchen heiratet ein armer mann mit zwei kindern. die stiefmutter haßt die kinder und verlangt von ihrem mann, diese zu beseitigen. die tochter hört dies. als der vater beide kinder mit in den wald nimmt, bestreut sie den weg mit asche, so daß sie zusammen mit ihrem bruder wieder heim findet. die mutter erschlägt daraufhin den jungen und befiehlt dem mädchen, ihrem vater das tote kind als speise zu bereiten. der junge wird gegessen. doch die tochter versteckt herz und knochen ihres bruders, aus denen ein kuckuck entsteht. in einer sage aus pommern kann eine frau ihre sieben kinder nicht ernähren, führt sie in den wald, spielt mit ihren verstecken, indem sie immer »Kuckuck, Kuckuck« ruft, und entfernt sich dabei, bis die kinder sie nicht mehr sehen, ausgesetzt zurückbleiben und sterben. gott verwandelt die mutter darauf zur strafe in einen kuckuck, der ständig »Kuckuck« rufen muß und seine kinder nicht aufziehen darf.

in früheren jahrhunderten wurden kinder wirklich vielfach ausgesendet und mußten ihr glück auf eigene faust versuchen. so haben während des dreißigjährigen kriegses eltern ihre kinder in die wälder geschickt oder gebracht, um sie nicht sterben zu sehen oder selber zu verhungern. auch sollen in hungerzeiten kinder geschlachtet und gegessen worden sein. aus anderen zeiten gibt es ebenfalls berichte darüber, wie tausende kinder einzeln oder in kleinen gruppen über land zogen und arbeit und brot suchten. philippe ariès hat dies in seiner >Geschichte der Kindheit< beschrieben. diese aussendung, die oft einer aussetzung gleichkam, erfand das märchen also nicht, wenngleich die sozialgeschichte sicher zu einem späteren zeitpunkt ins eigentlich mythisch und kultisch grundierte märchenmaterial eingearbeitet wurde.

notiz zu >Frau Holle<

»Frau holle wird als ein himmlisches, die erde umspannendes wesen vorgestellt.« schrieb jacob grimm in >Deutsche Mythologie<. die göttin holda, die einige gemeinsame merkmale mit der nordischen liebesfruchtbarkeitsundgeburtsgöttin freya hat, war als urmutter herrin der oberen und der unteren welt, der lebenden und der toten. sie entließ die neugeborenen aus ihrem unterirdischen reich und beschützte die kleinen kinder, während sie zugleich die seelen der toten empfing. das wort holle ist verwandt mit hold, siehe althochdeutsch huldī=huld, geneigtheit, mittelhochdeutsch holt=geneigt, zugetan, gnädig, treu, ergeben, dienstbar, holde=freund, geliebter, diener, dienstmann, freundin, dienerin, das gegenteil sind die dämonischen unholde, und bezeichnet die hehre, freundliche, hilfreiche, milde, gnädige, mütterliche göttin. viele dieser merkmale gingen christlich auf die jungfrau maria über. auch daß zentrale motive des märchens, brunnen, apfelwiese, backofen und brot, ebenso der hahn, der nach der rückkehr der beiden jungfrauen ruft, fruchtbarkeitssymbole sind, brunnen und ofen zudem symbole des mutterkörpers, sowie das wasser belebend und befruchtend ist, zeigt frau holle als nachfolgerin einer urmutter. im volksmund hieß der venusberg, auf dem sich allerdings zugleich die hexen trafen, »Frau Hollen Hofhaltung«.

»Sie liebt den aufenthalt in see und brunnen; zur mittagsstunde sieht man sie, als schöne weiße frau, in der flut baden und verschwinden.« heißt es bei jacob grimm. hans peter duerr, geboren 1943, schrieb in >Traumzeit / Über die Grenze zwischen Wildnis und Zivilisation<: »In der heutigen Kammerbacher Höhle, dem früheren Hollenloch im Meißner sollen noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts Mädchen und Burschen in dem dortigen Gewässer Blumen und Kräuter für die Frau Holle versenkt haben. Darinnen badeten einstmals kinderlose Frauen, vermutlich um Kindersegen zu empfangen.« gemeint ist hier der hollenteich im meißner gebirge in hessen. in der grimmschen sage >Frau Hollen Teich< lesen wir: »Weiber, die zu ihr in den Brunnen steigen, macht sie gesund und fruchtbar; die neugeborenen Kinder stammen aus ihrem Brunnen, und sie trägt sie daraus hervor.« außerdem hat die holle unten im teich blumen, obst und kuchen, die sie an menschen verteilt, die ihr gefallen. der brunnen kann indes auch eingang zur unterwelt sein. im griechischen bedeutet brunnen abgrund und unglück.

die hollen waren also kinderbringerinnen, aber auch kinderräuberinnen. es gibt anzeichen dafür, daß ihnen kindsopfer gebracht wurden. »Im Waldeckschen legte man einst Opfergaben in einen Wacholderbusch und sprach dabei: „Ihr Hollen und Hollinnen, / Hier bring ich euch etwas zu spinnen. / Und zu essen, / ihr sollt spinnen und essen / und meines Kindes vergessen.“« (hans peter duerr). im märchen hat frau holle große lange zähne. hollen saßen im wacholder, der wie der brunnen einen ort des übergangs zur anderen, jenseitigen welt bezeichnet.

die mädchen im märchen, die durch den brunnen in die andere welt geleitet werden, verletzen sich jeweils an der spindel, ehe frau holle, als gebieterin eines initiationsrituals, zu dem das spinnen gehört, sie aus der jenseitswelt, in die sie durch sie gelangt waren, so oder so, als goldoderpechmarie, also goldene und schöne oder schmutzige und häßliche abspaltung der muttergöttin, fürs leben geprüft ins irdische und erwachsene dasein zurückkehren läßt. in >Frau Hollen Teich< heißt es: »Faule Spinnerinnen straft sie, indem sie ihnen den Rocken besudelt, das Garn wirrt und den Flachs anzündet; Jungfrauen hingegen, die fleißig abspinnen, schenkt sie Spindeln und spinnt selber für sie über Nacht, dass die Spulen des Morgens voll sind.« und »Gern zieht sie Kinder in ihren Teich, die guten macht sie zu Glückskindern, die bösen zu Wechselbälgen.« holda stand dem spinnen wie dem ackerbau vor. im mittelalter war sie patronin der weber, was vermutlich ebenfalls auf fruchtbarkeitsbedeutungen verweist, die mit dem spinnen verbunden waren. in märchen und sagen verschiedener europäischer völker ist die spindel ein attribut der weisen frauen und hexen und hat magische funktionen.

»Unter dem Bilde des Spinnens und Webens ist die Tätigkeit der bildenden, formenden Naturkraft dargestellt. Die Arbeit der großen stofflichen Urmütter wird dem kunstreichen Flechten und Wirken verglichen, das dem rohen Stoffe Gliederung, symmetrische Form und Feinheit verleiht. Vollendet treten die Organismen alle aus dem Schoße der Erde hervor. Von der Mutter haben sie das kunstreiche Gewebe des Leibes, das jene mit unerreichbarer Meisterschaft im dunklen Schoße des Stoffes bereitet. Darum verdient Terra [die Erde] vor allem die Bezeichnung „Künstlerin“ (daedala, artifex rerum), darum die Urmutter den Namen „Mutter Bildnerin“ (mater plastene).« erklärte johann jakob bachofen (1815 bis 1887) in >Mutterrecht und Urreligion<.

das gallische wort nate=sohn ist verwandt mit anderen worten keltischer sprachen, die aufs spinnen, weben und nähen verweisen: altirisch snāthe=faden, nāthat=nadel, mittelirisch snīid=spinnt, flickt, dreht sich, müht sich ab, kymrisch noden=band, bretonisch neud-enn=faden. die zugrunde gelegte wortwurzel snē, nē, snēi, nēi bedeutet fäden zusammendrehen, mit dem faden hantieren, weben, spinnen, nähen. der sohn wäre demnach der gewebte und gesponnene oder der herausgedrehte. in manchen kulturen war schwangeren frauen das spinnen verboten, damit sich das kind im mutterkörper nicht verwirrt. im land ob der ems sagte man: »In den Sechswochen darf die Frau nicht spinnen. Sonst wird aus dem Garn ein Strick fürs Kind.« auch an den lebensoderschicksalsfaden ist hier zu denken.

als herrin hatte holda gewaltsame und dämonische züge, worauf etwa das pech, ein stoff der hölle, hindeutet, das frau holle über das faul genannte mädchen gießt. »Gleich Wuotan fährt Holda aber auch schreckenhaft durch die lüfte und gehört, wie der gott, zu dem wütenden heer. daraus folgt die einbildung, daß hexen in Hollas gesellschaft fahren« (jacob grimm). die holle war, wie die dämonische diana, die nachts mit ihren teufelsweibern umherzog, oder kybele, die entmannerin, fruchtbarkeitsgöttin und des teufels großmutter, die dem teufel vorausging, in einer person. in >Frau Hollen Teich< fliegt sie an der spitze des wütenden heers der unerlösten seelen. mittelalterlich war hollefahrt ein synonym für hexenfahrt. höllengeister hießen »tievels holde«. hollen waren führerinnen beim hexensabbat. freilich wurden entsprechende sagen über jahrhunderte hinweg zur dämonisierung des weiblichen mißbraucht. auch hat man bei holle an eine verbindung zum wort hölle sowie zur nordischen totengöttin hel und zum gleichnamigen totenreich gedacht. hel, in der >Snorri-Edda< lokis tochter sowie schwester des fenriswolfs und der midgardschlange, könnte ursprünglich auch eine göttin der bergung gewesen sein.

wenn jacob und wilhelm grimm aus ihren deutschen märchen und sagen, oder achim von arnim (1781 bis 1831) und clemens brentano (1778 bis 1842) aus ihrer volksliedsammlung >Des Knaben Wunderhorn<, ein zusammenhängendes literarisches werk mit einigen wenigen hauptfiguren und durchgehender handlung geschaffen hätten, wäre vielleicht etwas ähnliches entstanden wie das finnische nationalepos >Kalevala<, das elias lönnrot (1802 bis 1884) auf der grundlage der finnischen volksüberlieferung, und insbesondere des reichen liedguts der finnen, schrieb.

 2007, überarbeitet 2012

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Gedanken, die um Ecken biegen, Aphorismen von Holger Benkel, Edition Das Labor, Mülheim 2013.
Anmerkung der Redaktion: Karen Duve hat sich an einer Neufassung der Grimmschen Märchen versucht, obs gelungen ist, schreibt Peggy Neidel im Poetenladen. Ich habe A.J. Weigoni gebeten seine Grimm-Hommage Lilakäppchen und der Steppdeckenwolf bei KUNO einzustellen.