Suchbild 7

Der Blick, forschend. Ihre Kamera, ein Wahrheitsautomat. Sie bildet nicht ab, sondern zeichnet mit Licht. Tastet Raum / Zeit / Landschaft nach Anmutsmustern ab, inszeniert in einem Gestaltungsfeld imaginäre Ansichten blühender Landschaften. Sequenzen. Die Erinnerung des vorherigen Bildes wirft den Schatten auf das Nächste. Schnitte. Prickelnde Beunruhigung in grossartiger Verwahrlosung. Das Gefühl der Versunkenheit.

Achsensprung. Die zuweilen orientierungslose Künstlerin schafft sich eine bildmächtige Behausung. Doch wie sich ihre Poesie ein Überall sucht, drängt sich das Leben mit seiner konkreten Formensprache in das Jederzeit eines Bildes. Reduziert auf sein Wesentliches wird jedes Ding charmant, denn in der Nähe zum Einfachen gestaltet sich jede Suche nach komplexen Zusammenhängen erst lebendig.

Brennschärfe. Durch jede Komplexität leuchtet ein einfacher Beginn. Hier, so scheint es, liegt die Zielsetzung ihres künstlerischen Tuns. Hinter jedem übermächtigen Durchschauungswillen die einfache Formel erkennen. Verstehen ist auch ein liebervoller Akt des Scheiterns. Mit beharrlicher Konsequenz arbeitet sie am LichtBild der Zeit und sucht sie in ihren Arbeiten wohl, sich kontrapunktisch etwas wesentlichem anzunähern, der Schneckenspur des stetigen Bemühens ein einziges leuchtendes Sekret abzusondern… und das in der Gelassenheit, sich auf diesem Markt nicht mehr behaupten zu müssen.

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A. J. Weigoni, Cyberspasz, a real virtuality, Novellen, Edi­tion Das Labor, Mülheim an der Ruhr 2012.

A. J. Weigoni, Zombies, Erzählungen, Edition Das La­bor, Mülheim an der Ruhr 2010.

A. J. Weigoni, Vignetten, Novelle, Edi­tion Das Labor, Mülheim an der Ruhr 2009.

Eine erste Reaktion kann man auf kukultura-extra nachlesen, zusätzlich kann man einen ausführlichen Essay als E-Book auf Bookrix herunterladen und ein Hintergrundgespräch auf Lyrikwelt.de lesen. Ein nicht minder lesenswerter Essay findet sich auf fixpoetry. Eine Leseprobe findet sich hier und Probehören kann man eine Rezitation von A.J. Weigoni auf MetaPhon die durch Tom Täger vertont wurde.