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Das Erhabene des Profanen ist Thema und Zentrum ihrer derzeitigen Arbeiten. Sie argumentiert mit vertrauten Bild- und Formfindungen. Die Ursprünge einiger Motive in den neuen Bildern stammen aus banalen Zusammenhängen: aus der Mustermappe eines Stuhlkatalogs.

Gebrauchsgegenständlichkeit. In der Übertragung des Korbgeflechts als Siebdruck auf Alu-Dibond erfahren die Motive eine unerwartete Komparation, nicht die Kunst einer entleerten Ideologie, sondern die eines trivialisierten Pluralismus. Das Maschenwerk bietet eine Spielfläche für die Tönung. Vorteilhaft hervorgehoben wird die Wirkung der Farbe durch den Aluminium-Glanz.

Das Profane wird zum Erhabenen.

Vom Erhabenen zum Lächerlichen jedoch ist es oft nur ein kleiner Schritt. Begibt sich Kunst in den öffentlichen Raum, so muss sie schon fast wieder monumental sein, um in den ’90er Jahren des 20. Jahrhunderts ein Zeichen gegen die Werbeflut des grellen Designs zu setzen ohne es selbst zu sein.

Ähnlich wie bei den Arbeiten auf Aluminium setzt sie mit Leuchtkästen auf eine intensive Farbwirkung, die in diesem Fall durch das von hinten kommende Licht unterstützt wird. Damit treffen auf der Spielfläche des Plexiglas zwei unterschiedliche Lichtquellen aufeinander. Zwischen Licht und Schatten wechselt die Intensität der Farben, so scheint es.

Die Bank als Träger der Kosten. Das Gebäude als Sockel für die Arbeit. Das Bild als Teil der Architektur und somit fiktiver Bestandteil des Stadtbildes.

Die Farbräume gestalten eine Bildarchitektur im Spannungsfeld zum architektonischen Raum. Weithin sichtbar leuchtet im “öffentlichen Raum” auf dem Dach der Landesbank ein Bildobjekt = Illuminierter Reflektor — Malerei auf dem Sprung in ein anderes Blickfeld: die Dreidimensionalität, – so scheint es.

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A. J. Weigoni, Cyberspasz, a real virtuality, Novellen, Edi­tion Das Labor, Mülheim an der Ruhr 2012.

A. J. Weigoni, Zombies, Erzählungen, Edition Das La­bor, Mülheim an der Ruhr 2010.

A. J. Weigoni, Vignetten, Novelle, Edi­tion Das Labor, Mülheim an der Ruhr 2009.

Eine erste Reaktion kann man auf kukultura-extra nachlesen, zusätzlich kann man einen ausführlichen Essay als E-Book auf Bookrix herunterladen und ein Hintergrundgespräch auf Lyrikwelt.de lesen. Ein nicht minder lesenswerter Essay findet sich auf fixpoetry. Eine Leseprobe findet sich hier und Probehören kann man eine Rezitation von A.J. Weigoni auf MetaPhon die durch Tom Täger vertont wurde.