Hommage

 

Jürgen Diehls Problem, eine Triple-Begabung zu sein, folglich in allen künstlerischen Bereichen seine Qualität zu besitzen, stellte sich für die Menschen in seiner Nähe als inspirierender Vorteil dar.

So wurde mir in unseren zahlreichen Gesprächen das Zusammenwirken, die wechselseitigen Abhängigkeiten und Befruchtungen zwischen den künstlerischen Ausdrucksformen immer bewußter. Wir sahen sprechend und spazierten sprachlich durch die Bilderwelt – darüber tanzten die Noten.

In dieser Leichtigkeit war Jürgen Diehl auch klar, daß jedes Bild nur die Beschreibung eines Weges ist, das uns als Suchende gefunden hat.

Kunst sollte bei aller Ernsthaftigkeit nie ihre augenzwinkernde Begleitung aufgeben, doch bei allem Spiel nie die Würde vor dem Gegenstand ihrer Betrachtung verlieren. Auf dem Seil dieser beiden Anspannungen bewegte sich Jürgen Diehl mühelos, ohne Netz und immer mit Fallwissen. Denn er wußte, daß die Kunst eine der schönsten Fluchtmöglichkeiten ist – mit Ankunftswillen.

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